Deutsche Basslaute

Deutsche Basslaute / Gitarrenlaute: Goldklang

Deutsche Basslaute / Gitarrenlaute: Ritmüller

Deutsche Basslaute: Hermann Hauser

Deutsche Basslaute / Gitarrenlaute: Goldklang

[ Deutsche Basslaute ] [  Theorbierte Gitarrenlaute ] [ Schwanenhalslaute ] [ Scholanderlaute ] [ Falsche Schwedische Basslaute ]

Deutsche Basslaute / Gitarrenlaute – Hier zu sehen sind drei verschiedene Arten der Deutsche Basslaute. Bauformen von links nach recht: eine Deutsche Basslaute in Flachbauchbauform, eine Deutsche Basslaute in Halbrundbauchform und eine Deutsche Basslaute

Deutsche Basslaute / Gitarrenlauten– was macht sie aus?

Korpus, Hals, Griffbrett, Herkunftsland – oder doch die Saitenanzahl?

Die Deutsche Basslaute ist eine Weiterentwicklung aus der Gattung der Gitarrenlauten. Genau genommen ist sie ein Hybrid (ich nenne sie manchmal liebevoll meine kleinen Schwanenhals-Bastardlauten) zwischen einer Gitarrenlaute und einer Theorbe. Daher auch "theorbierte Gitarrenlaute". Die Anzahl der Saiten, deren Führung und der Hals machen dabei den elementaren Unterschied zur Theorbe aus.  Die Theorbe ist zwar auch ein Lauten-ähnliches Instrument, dass um einen zweiten Wirbelkasten erweitert wurde, unterscheidet sich dabei aber in wichtigen Eigenschaften. So erinnern Theorben äußerlich eher Renaissancelauten, als an Gitarrenlauten. Da sich aber auch die Deutsche Basslaute über einen zweiten Wirbelkasten mit definiert, werden diese oft fälschlich als Theorbe bezeichnet.

Wie sieht es mit den Erzlauten aus?

Die Einordnung zu den Erzlauten ist eigentlich nicht hundertprozentig passlich - wenn auch häufig vorzufinden. Das Problem ist, dass ohne weitere Einteilung (Arciliuto, Liuto attiorbato, Chitarrone, Theorbe, Angelica und Barocklaute mit Schwanenhals) nicht zu deuten ist, um welches Basslauten-Modell es sich eigentlich handelt.  Durch das Theorbieren, werden Gitarrenlauten zwar quasi zur Erzlaute, es fehlen aber irgendwie Informationen darüber, welche Eigenschaften diese Besitzt. Daher bleiben wir einfach beim gebräuchlichsten Namen: "Deutsche Basslaute" oder "Deutsche Kontralaute". Der "deutsche" Anteil im Namen gebührt vermutlich der Tatsache, dass die Weiterentwicklung der Lauten um weitere Basschöre, durch deutschen Meister der Gitarrenlauten und deren Bestrebungen geprägt war. Deswegen werden Deutsche Basslauten fairerweise auch den Kategorien der Theorbierten Gitarrenlaute, der Deutschen Gitarrenlaute oder einfach den Deutsche Schwanenhalslauten zugeordnet. Ein bereits gefallener Name, um den man nicht herum kommt, wenn man sich mit der Deutschen Basslaute / Gitarrenlauten beschäftigt, ist  Johann Gottfried Walther.

Bevor Du weiterliest, kannst Du Dir hier eine Übersicht über verschiedene Deutsche Basslauten, aus verschiedenen Perspektiven machen:

Gallerie - Deutsche Basslaute

Schrammelgitarre / Kontragitarre (Unboxing Video: https://youtu.be/1RVTip9qTpA )– Hier zu sehen ist eine authentische Kontragitarre der Firma Meinel & Herold aus Klingenthal SA zum Vergleich zur Deutschen Basslaute. Unterschiede Kontragitarre und Deutsche

Deutsche Basslaute / Theorbierte Gitarrenlauten vs. Theorbe

Kein Griffbrett, keine Therobe! ;)

Die Transformation der Gitarrenlauten hin zu Basslauten, geschieht durch die Erweiterung der Bespielbarkeit um 3 - 9 frei schwingender Saiten (Basstöne). Sie ist dadurch ein Vorreiter / Gleichgänger der Kontragitarre. Womit wir bei einem der gravierensten Unterschiede der Gitarrenlaute / Deutsche Basslaute und einer Theorbe / Kontragitarre (Wappengitarre / Harfengitarre) sind: Die Zusatzsaiten der Theorbe und der Kontragitarre (Wappengitarre / Harfengitarre) überliegen einem regulären Griffbrett und können dadurch wie bei eine herkömmliche Laute / Gitarrenlaute gedrückt werden. Bei der Kontragitarre in der Regel "fretless".

*Hinweis: Auf nicht deutschen Seiten findet man die Deutsche BAsslaute / Gitarrenlaute oft unter "Archlute" oder/  "German Archlute". Im Gegensatz zum deutschen Netzanteil, findet man hier tatsächlich meistens nur Deutsche Basslauten und kaum Erzaluten, Theorben oder andere Instrumente, die sich über den in Längsrichtung erweiterten Wirbelkasten auszeichnen.

Diesem Beispiel sollte man aber nicht so ohne weiteres folgen. Die Erzlaute ist eine sehr alte Instrumentengruppe und wurde bereits seit dem Ende des 15en Jahrhunderts gebaut. Da die Deutsche Basslaute aber über einen Schwanenhals erweitert wird und kein extra Griffbrett unter den Bordunsaiten hat, passt die Bezeichnung eigentlich nicht. Auch weil die Deutsche Basslaute eine wesentlich spätere Weiterentwickung darstellt. So auch laut J. G. Walther – der "Messias" der Erzlauten. Für mich bleiben somit als trefflichste Begriffe: "Deutsche Basslaute", "Theorbierte Gitarrenlaute", "Theorbierte Deutsche Laute" oder "Schwanenhalslaute". Auch gebräuchlich und partiell trefflich sind "Falsche Schwedische Basslaute" und "Scholanderlaute". Dieser speziellen Typ der Deutschen Basslaute unterscheidet sich aber in der Bauart und dem Klangvolumen von den geläufigen Bauformen der Deutschen Basslaute.  Sie ist eine simultane Weiterentwicklung von Gitarrenlauten des Schweden Sven Scholander. Dazu später noch mehr.

Ein Artikel zum Thema Kontragitarre / Schrammelgitarre finden sich später einmal "HIER".

Deutsche Basslaute / Gitarrenlaute: Der Hals. Auch Schwanenhals. Das Element, dass die Gitarrenlaute theorbiert und zur Basslaute macht.
Deutsche Basslaute: Zu sehen eine Ansammlung Deutscher Basslauten / Deutscher Gitarrenlauten aus einer privaten Sammlung. Im Hintergrund eine Stössel-Laute und eine Bandurria.

Irgendwie ein sonderbarer Fall, die Deutsche Basslaute

Mehr Laute als Gitarre - aber mehr Bass als Theorbe

Sehen wir uns doch einmal den Hals der Deutschen Gitarrenlaute etwas genauer an. Während dieser bei der Theorbe im Prinzip durch die Gesamterweiterung / Gesamtverbreiterung des Griffbretts und des Halses erreicht wird, wird bei der Basslaute (daher auch "theorbiert") ausschließlich der Hals in S-Form (daher auch Schwanenhals) erweitert, so dass zwar neue freischwingende Saiten angebracht werden können, diese aber nicht dynamisch bespielbar sind (durch reguläre Griffe).

Der Schwanenhals - oder auch "Die Theorbe an der therobierten Laute"

Das Wort theorbiert (womöglich selbsterklärend) kommt daher, dass man durch eine Erweiterungstechnik versuchte, die Klangfülle der Theorbe bei Vorgänger-Instrumenten zu erreichen. Darunter nicht nur die Gitarrenlaute, sondern auch Mandolinen und andere Bauformen, wie die Vihula. Die Erweiterung - der Schwanenhals - der Gitarrenlauten zeichnet sich dadurch aus, dass er dort, wo der Kopf einer normalen Laute normalerweise in einem Wirbelkasten mit Kopfzier endet, diese einen S-förmigen Schlenker macht, so dass neben den regulären Saiten, noch bis zu 9 weitere Saiten angebracht werden können. Teilweise sogar noch mehr - sowas ist aber ausgesprochen selten.

Im oberen Teil des Halses sitzt dann der zusätzliche Wirbelkästen. In der Regel mit - die häufigsten Fälle sind zumindest - 2 bis 9 frei schwingenden Bordunsaiten (Basssaiten / Kontrasaiten) ausgestattet. Die Saiten waren früher aus Darm. Verbreitet ist die Deutsche Basslauten weitestgehend mit insgesamt 8 bis 15 Saiten. Es gibt aber auch Sonderbauformen unter den therobierten Gitarrenlauten. Diese sind aber eher selten und bedürfen eigentlich keiner eigenen Klassifizierung. Die Spielsaiten der Deutschen Basslaute sind i.d.r. diatonisch gestimmt. Die Bünde gehen dabei in der Regel ab Bund 7 oder 9 in den Korpus über. Laut Wikipedia wird für den Korpus ausschließlich Ahorn verwendet. Das kann ich aber nicht wirklich unter schreiben. Man sieht auch Modelle aus Palisander (Rosewood) und / oder Mahagoni. Dennoch scheint Ahorn das verbreiteste Material. Die klassische Deutsche Basslaute lässt sich untereinander weiter durch die Korpus-Form unterscheiden.

Deutsche Basslaute - Verschiedene Modelle im Vergleich von der Seite. Eine Deutsche Flachbauch Laute, eine Deutsche Halbrundbauchlaute, eine Deutsche Rundbauchlaute. Ritmüller, Herman Hauser und unbekannter Hersteller.

Bekannte Bauformen der Deutschen Basslaute

Rundbauch-, Halbrundbauch, Flachbauch oder Scholander-Laute

Rundbauch-Laute / Raundbauch Basslaute / Theorbierte Gitarren-Laute:
Bei der herkömmlichsten der Bauarten sind die Bau-Merkmale die gleichen, wie bei Deutschen Gitarrenlauten. Die Mensur unter dem Griffbrett beträgt dabei meistens (auch bei anderen Bauformen) 620 bis 630 mm. Diese Bauform hat den voluminösesten und meist auch wärmsten und lautesten klang. Die Bünde gehen dabei klassisch an Bund 7 bis 9 in den Korpus über. Bei Modellen mit mehr als 10 Saiten ist häufiger ein stützender Stab zwischen Schwanenhals und Korpus üblich.

Halbrundbauch-Laute /Halbrundbauch Basslaute / Theorbierte Halbrundbauch-Gitarren-Laute:

Diese Bauform wird gerne bei Lauten mit 12 oder mehr Saiten verwendet. Bei ihr gehen die Bünde in der Regel am 9-en und 10-en Bund in den Korpus über. Es kommt vor, dass diese Laute einen stützenden Stab zwischen Schwanenhals und Korpus führen, der die Stabilität und die Integrität des Halses gewährleisten soll. Die älteren Modelle weisen diesen Stab aber oft nicht  auf und sind dennoch nicht relevanter verzogen als Modelle mit Stab.

Scholanderlaute / Scholander-Laute / Falsche Schwedische Laute:

Werden meist Falsche Schwedische Basslaute genannt. Der Grund dafür ist die der Schweden (siehe auch Sven Scholander) ähnliche Bauform. Sie wirkt leicht asymetrisch, wie ein "schiefer Tropfen". Diese Bauform kann als Vorstufe vom Cut-Away gesehen werden und brachte Vorteile in der Bespielbarkeit. Bei der Scholanderlaute können die Bünde 12-14 wesentlich  besser bespielt werden, als bei der klassischen Form.

Platten-Laute / Flachbauchlaute:
Diese werden gelegentlich mit der Scholanderlaute verwechselt, da diese auch oft in Tropfenform vorkommen. Allerdings eher in länglicherer Form. Laut Wikipedia ist nicht ganz klar ob diese Lauten so gedacht waren oder aus Reparaturen entstanden sind. Sie zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass ein großer Teil der Zargen entnommen / weggesägt und durch eine Bodenplatte ersetzt worden sind. Es gibt aber auch definitiv Modelle, die per Konzept darauf ausgelegt sind, ohne Bauch auszukommen und sind teilweise sogar für Stahlsaiten ausgelegt wurden.

Ein beschreibendes Bild, auf dem die Mechaniken der Gitarrenlaute zu sehen sind. Darüber hinaus: Saiten für die Deutsche Basslaute | Stimmung Deutsche Basslaute | Noten für die Deutsche Basslaute

Stimmung von Deutschen Basslauten

Bei 10 Saiten oft von ,A bis e' gestimmt.

Die Deutsche Basslaute ist in der Regel (Bordunsaiten mitgerechnet) zwischen 840 und 930mm mensurniert. Die meisten erhaltenen Theorben unterscheiden sich durch ihre Größe und die damit verbundene lange Griffbrett-Mensur gegenüber der Deutschen Gitarrenlaute. Theorben sind in der Regel zwischen 1000 mm+ mensurniert.

Die Standardstimmungen sind
    zehnsaitige Basslaute (mit vier Basssaiten) ,A – ,H – C – D | E – A – d – g – h – e’
    zwölfsaitige Basslaute (mit sechs Kontrasaiten) ,A – ,H – C – D – E – F | G – A – d – g – h – e’.

Erfahrene Spieler neigen dazu, verschiedene Lauten mit verschiedenen Stimmungen zu führen, die der individuellen Spielbarkeitsanforderung besser entgegen kommen.

Noten für die Deutsche Basslaute

Wer nach Noten sucht, der tut sicher vermutlich etwas schwer. Wer es ernst meint, der muss oft auf Bücher zurückgreifen, welche meist originär Noten für Theorben beschreiben. Diese müssen dann ggf. für die Deutsche Basslaute / Schwanenhalslaute umsetzen – was nicht ganz leicht ist, da die Bassaiten frei schwindeng sind und damit nicht beliebig bespielbar. Es gibt tatscächlich auch Bücher einige, ich selber habe bisher aber nur auf "Cammina cammina" von Andrea Lorenzo Scartazzine zurückgegriffen. Wer aufrichtig sucht, findet sicher auch Noten und Tabulatoren für die Deutsche Basslaute auf einschlägigen Seiten. Von einem Bekannten habe ich noch das Buch "Schule des Lautenspiels für die gewöhnliche Laute/Baßlaute/doppelchörige Laute und Theorbe.

Saiten für die Deutsche Basslaute | Gitarrenlaute

Welche Saiten? Günstig Saiten für die Deutsche Basslaute beziehen? Wo sind die Unterschiede der verschiedenen Saiten? Saiten aus Darm? Alternative Saiten für die Deutsche Basslaute?

Deutsche Basslaute Saiten: Hier sieht man das Bild einer Deutschen Basslaute und einen Teil der Saiten. Es handelt sich um die Besaitung einer 10-Saitigen Basslaute. Es gibt aus Basslauten mit 9,11,12,13,14 und 15 Saiten.
Deutsche Basslaute - Saiten

Bei der Besaitung von Deutschen Basslauten entsteht meistens eine der folgenden drei Situationen: Man findet nur einen Hersteller (meist P*****), man findet vereinzelnt Saitenhersteller, deren Preise oft doppelt bis dreimal so hoch sind, wie die Preise der ein bis zwei Saiten-Hersteller für die Deutsche Basslaute. Weil die Besaitung der Deutschen Gitarrenlaute leider "relativ" kostspielig ist, liegen bisher kaum Vergleiche vor. Wir haben bereits verschiedene Hersteller von Saiten angeschrieben, damit wir hier schon bald einen Vergleich von Saiten und Links zu den verschiedenen Herstellern anbieten können. Bisher leider ohne Erfolg. Deswegen sehen wir zunächst von Empfehlungen oder Verlinkungen ab, damit jeder Hersteller (der will und bereit ist uns entgegen zu kommen) die gleiche faire Chance bekommt. So wie es sich verhält, würden bisher nur zwei Hersteller genannt.

Hinweise an Hersteller von Saiten für die Deutsche Basslaute (in eigener Sache):

Die Agency würde gerne Videos, Sound-Proben und Reviews mit Euren Saiten bereitstellen. Verzeiht dabei das gefühlte "DU" in der Anrede, aber die Agency verzichtet gerne und sehr bewusst auf zer-fremdelnde Floskeln unter Freunden und Partnern (was Ihr in unserem Fall beidsam seid).

Leider sind wir ein ehrenamtliches, soziales und gemeinnütziges Projekt. Deshalb haben wir leider selten die finanziellen Mittel um unsere Vorhaben aus eigener Hand zu finanzieren.

Möchtest Du helfen? Dann melde Dich doch bitte bei uns. Hier warten diverse verschiedene und gleiche Deutsche Basslauten darauf besaitet und dokumentiert zu werden! Hier geht es zum Kontaktformular:

(Einfach eine Kontaktinformation da lassen und wir melden uns ASAP bei Dir!)

Hilf der Agency und nimm JETZT Kontakt auf

 

 

Deutsche Basslaute / Gitarrenlaute - Das Schalloch einer Basslaute von Ritmüller und Sohn. Doppel-Schalloch im Blumenlook.

Die Ornamentik, das Schalloch, die Kopfzier, Gravuren und Inlays

Puten, Frauenköpfe, der Schäfer und die Blumen

Da die Deutsche Basslaute nahe an der Gitarrenlaute ist und somit ein indirektes Kind der Wandervogelbewegung, finden sich einige Motive besonders oft an Ihnen. Deswegen finden sich auch besonders häufig, Blumen, Tiere, Menschen und Städte in der Ornamentik wieder. Besonders Blumen sind als Gravuren, als Zier des Kopfes und als Schalloch-Ornament gewählt. Beim Schalloch ist es bei den meisten (oft auch hochwertigen Lauten) so, dass das Schalloch direkt in die Decke der Laute geschnitzt wurde. Bei andere Modellen kommt es auch vor dass das Schalloch vorgeschnitten und dann ein Holzinlay appliziert wurde.

Weiterführende Informationen zum Thema "Deutsche Basslaute"

Einige Auszüge von Wikipedia und anderen Seiten

Auf Wikipedia liest sich über die Geschichte:

Einer der ursprünglichen Gründe, eine Gitarrenlaute zu theorbieren, mag die Orientierung an den Lauteninstrumenten der Barockzeit gewesen sein, als man durch die Erweiterung der Bassregister versuchte, musikalischen Ausrichtungen (Generalbass) gerecht zu werden und so neben der eigentlichen Barocklaute Instrumente wie die Theorbe, Angelica, Arciliuto und Chitarrone schuf.

Dadurch, dass die Bordunsaiten auch als Resonanzsaiten wirken, besitzt die Deutsche Basslaute ein Klangvolumen, welches dem einer herkömmlichen Gitarrenlaute bei weitem überlegen ist. Ihre Lautstärke und Klangfülle machen sie auch für „unplugged“ Darbietungen vor größerem Publikum geeignet. Man sieht diese Instrumente zuweilen auf alten Fotografien von Liederabenden für Soldaten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

Ab 1921 wurde die „Lautenmusik“ Johann Sebastian Bachs, bearbeitet von Hans Dagobert Bruger, auf der mit vier Kontrasaiten versehenen Deutschen Basslaute aufgeführt.[1]

Durch die Weiterentwicklung der klangstarken Gitarre und durch den Siegeszug der elektrischen Signalverstärkung starb die Basslaute ab den 1930er Jahren langsam aus. Heute wird sie nur noch selten als Einzelstück von versierten Lautenbauern auf Kundenwunsch angefertigt.

[ Einige Spielbeispiele der Deutschen Basslaute ]

Da ich leider nicht sehr viele Video-Beispiele bei Youtube gefunden habe, auf denen die Bordunsaiten auch redlich genutzt werden und ich ferner auch nicht weiß, ob ich diese Videos dann einfach so hier einbinden darf, habe ich ich mich kurzerhand dazu hergegeben, selber 2-3 kurze Stücke aufzunehmen. Die Qualität ist leider mehr mies als akzeptabel - aber leider habe ich weder redliches Equipment, noch übermäßig viel Talent / Zeit die Basslauten zu spielen. Ich hoffe es ist trotzdem ein wenig eingängig und vermittelt ein Gefühl für die Klangreichweite der Deutschen Basslaute / Gitarrenlaute. Zu sehen sind einige der Basslauten aus meiner Sammlung, mit verschiedenen Stimmungen und verschiedener Anzahl an Saiten.