Willy Hödl - Gitarrenbauer und Musikfachgeschäft

Meistergitarren mit Geschichte - aus dem Sudetenland nach Deutschland

Es ist selten geworden, dass einen Glücklichen zu treffen, der eine gut erhaltene Willy Hödl Gitarre besitzt. Versucht man etwas über den Gitarrenbauer herauszufinden, wird es schwer. Bei Willy Hödl verhält es sich ein wenig wie mit Otto Gläsel. Trotz hochwertigster Instrumente, sind die Informationen eher rar. Klar ist nur: Hödl verstand etwas von seinem Handwerk.

Warum der Name Willy Hödl oft im Zusammenspiel mit anderen namenhaften Gitarrenherstellern genannt wird, soll  sich im folgenden etwas aufschlüsseln. Ich würde mal vorsichtig annehmen, dass die eigene Baukunst in der Öffentlichkeit in den Hintergrund getreten ist, weil er nebenher nur die besten Instrumente mitvertrieb - und diese vermutlicha uch in höherer Stückzahl, als die eigens gefertigten Instrumente.

Ein Trick von Hödl war es, die Meistergitarren von Hanika und Co eigens neu einzustellen und zu tunen, sodass die Kunden es gewohnt waren, nur die besten Instrumente vorzufinden. Die heute noch erhaltenen Gitarren stehen den Modelle seiner namenhaften Zulieferer dabei aber in nichts nach. Im Gegenteil: Oft waren sie den zugelieferten Instrumenten sehr ähnlich. Viele der von Willy Hödl gefertigten Gitarren, ähneln denen von Hanika und Hopf, unterscheiden sich aber oft in kleinen Details.

Zu den besagten Zulieferern von Willy Hödl gehörten unter anderem (Soli), Helmut Hanika, Hopf, Höfner, Korifähen aus Walthari und Mittenwald. Alle samt aber die Crème de la Crème der Gitarrenbaumeister. Dass diese hohe Anforderungen an Ihre damaligen Reseller hatten, spricht für Hödls Handwerks und Verkaufskunst.

Neben dem leisen Rauschen von  Unterhaltungen, tief vergraben in schwer aufindbaren Foren, findet sich im Internet unter anderem noch ein Hinweis... in einem Archiv von Lennestadt (Meggen):

"Der Geigen- und Gitarren-bauer Willy Hödl, der 1949 aus dem Sudetenland nach Meggen kam, vertrieb neben seinen eigenen Produkten ebenfalls Höfner Instrumente."

Dass Hödl ein umgänglicher Typ gewesen sein muss, liest sich auch aus den vielen Referenzen auf seinen Laden / seine Werkstatt. So sagt Gerd Schauerte ("Red Devils"), ein Beatmaster seiner Zeit:

„Seine Werkstatt war immer ein Treff-punkt für viele Musiker. Durch Willy Hödel kam auch ich zu meiner ersten Bass-Gitarre“.

Auf Beatrockhistory.de liest sich von Herbert Nölke ("Les Corbeaux"):

"[...] In der Erstauflage der Broschüre „Beat & Rock im Kreis Olpe“ taucht der Gitarrenbauer Willy Hödl auf. Der ist verantwortlich dafür, dass ich Mitglied von "Les Corbeaux" wurde. Bei ihm habe ich mir nämlich eine (Semi-Akustic-) Gitarre gekauft, die auch einen Tonabnehmer hatte. Damit bin ich auf Einladung von Martin Hömberg und Hubertus Biermann zum Üben ins Jugendheim gegangen. Ich spielte noch keinen einzigen Akkord, und nicht nur deshalb ließ man mich es gar nicht erst versuchen: elektrische Gitarren waren knapp. Also setzte ich mich mal versuchsweise ans Schlagzeug und Karl-Heinz Bongen spielte meine Gitarre. Ich muss wohl, obwohl blutiger Anfänger an den Drums, auf Anhieb überzeugt haben: seitdem blieb ich dran [...]"

Auf Schlaggitarren.de (sowie der Seite von Gitarrenbaumeister Hannika) liest sich (fast wortgleich):

"Bis 1964 wurden Schlaggitarren unter dem Namen „SOLI“ gebaut und vertrieben. Das Musikhaus Otto Gläsel und der Instrumentenbaumeister Willy Hödl (Spezialwerkstätte für Musikinstrumentenbau und Reparaturen Meggen / Lenne in Westfalen) verkauften SOLI Gitarren und klebten ihre eigenen Labels in den Korpus."

Erstaunlich fand ich den Eintrag auf Cylex. Denn dort ist er immernoch eingetragen als:

Hödl Willy Musikinstrumentebau U. Rep., Lennestadt
EILING 32
57368 Lennestadt - Meggen
Nordrhein-Westfalen
Telefon: 02721/81****

Ich glaube ich rufe die Tage einmal an.